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Segelmodelle
Mega-Soft-ROM
1.0 V-Leitwerke
Die Programmierung eines V-Leitwerkes ergibt bei vielen Anwendern Probleme. Das Geheimnis des Erfolges liegt eigentlich nur in der Reihenfolge der Programmierschritte, die man konsequent einhalten sollte!
1. Im Code 22 "Servoanordnung" die Zeile Leitwerk anwählen, die SEL-Taste drücken und mit dem Rotary-Knopf V-Leitwerk einstellen.
2. Die beiden Servos in die Empfängerausgänge 3 und 4 einstecken.
3. Jetzt die Höhenruderfunktion prüfen. Bewegen sich die Klappen verkehrt herum oder gar gegenläufig, im Code 23 "Servoeinstellungen" die Laufrichtung von einem oder beiden Servos invertieren.
4. Jetzt die Seitenruderfunktion prüfen. Die Klappen bewegen sich jetzt auf jeden Fall gegensinnig. Falls die Wirkrichtung nicht stimmt, die Servos jetzt auf keinen Fall mehr invertieren, sondern einfach die Stecker am Empfängerausgang 3 und 4 vertauschen. Die Wirkrichtung bei V-Leitwerken muss wie folgt aussehen:
Wenn man von hinten auf das V-Leitwerk schaut, muss sich bei einer Rechtskurve die rechte Leitwerksklappe nach unten bewegen und die linke entsprechend nach oben. Die Klappen bewegen sich im Vergleich zu Querrudern also genau umgekehrt!
5. Besitzt das Modell keine Querruder, muss man zusätzlich für die gewohnte Knüppelbelegung im Code 21 eine andere Steueranordnung wählen . Ist die Standardeinstellung üblicherweise Mode 1, wäre in diesem Fall auf Mode 3 umzustellen.
2.0 Differenzierung von V-Leitwerken
Bei manchen F3J-/F3B-Hochleistungsmodellen ist es erforderlich, die Seitenruderfunktion des V-Leitwerkes, wie beim Querruder, zu differenzieren. Hiermit wird auch im Kurvenflug das Leistungsoptimum solcher Segelmodelle erreicht. Man sollte dabei aber niemals vergessen, dass ein Modellflugzeug immer nur so optimal fliegt, wie es durch den Piloten auch gesteuert wird.
Die Differenzierung eines V-Leitwerkes ist in der Grundsoftware nicht vorgesehen. Hier muss man selbst Hand anlegen und die Standardprogrammierung der MC-24 verlassen. Und dies macht man wie folgt:
1. Im Code 22 "Servoanordnung" die Zeile Leitwerk anwählen, die SEL-Taste drücken und mit dem Rotary-Knopf normal einstellen. Trotz des V-Leitwerkes wird also zunächst einmal ein Standard-Leitwerk programmtechnisch festgelegt.
2. Im Code 75 "Kreuzmischer" wählt man den Mischer 1 an und trägt dort mit dem Rotary-Knopf in der 2. Spalte HR ein und in der dritten Spalte SR. Hier die Reihenfolge beachten: Der Mischer muss lauten HR->SR und nicht umgekehrt!
3. Nun die Höhenruderfunktion prüfen. Bewegen sich die Klappen verkehrt herum oder gar gegenläufig, im Code 23 "Servoeinstellungen" die Laufrichtung von einem oder beiden Servos invertieren. Jetzt die Seitenruderfunktion prüfen. Die Klappen bewegen sich jetzt auf jeden Fall gegensinnig. Falls die Wirkrichtung nicht stimmt, die Servos jetzt auf keinen Fall mehr invertieren, sondern einfach die Stecker am Empfängerausgang 3 und 4 vertauschen.
4. Um die Seitenruder-Differenzierung nun festzulegen, ruft man noch einmal den programmierten Kreuzmischer im Code 75 auf. In der letzten Spalte kann man nun den gewünschten Differenzierungsgrad mit dem Rotary-Knopf einstellen. Hier sind positive und negative Werte möglich, damit eine richtungsgenaue Differenzierung auch vorgenommen werden kann.
5. Anpassungen der Ruderausschläge für Seiten- und Höhenruder können über die Servoeinstellungen im Code 23 für die Servos 3 und 4 vorgenommen werden. Die Dual-Rate/Expo-Funktionen im Code 33 bleiben im vollen Umfang, jeweils für Seiten- und Höhenruder, erhalten. Auch alle zur Verfügung stehenden fertigen Flächenmischer im Code 71 haben von dieser Programmierung nichts mitbekommen. Combi-Mix (QR->SR) sowie sämtliche Mischer, die auf das Höhenruder wirken (z.B. K1->HR), können, wie gewohnt, programmiert werden.
Eine Abschaltung der Seitenruderdifferenzierung mittels externem Schalter ist nicht möglich, aber das kann man bei der Differenzierung der Querruder oder der Wölbklappen ja auch nicht.
3.0 6-Klappen-Segler
Seit einiger Zeit werden vermehrt Großsegler mit insgesamt 6 Klappen von den Herstellern angeboten. Neben den beiden Wölbklappen sind diese Modelle mit äußeren und inneren Querrudern ausgerüstet. Wenn zusätzlich noch Störklappen vorhanden sind, dann befinden sich sage und schreibe 4 Servos in jeder Fläche.
Die bekannten 4-Klappen-Modelle lassen sich relativ einfach über die hierfür übliche Flugphasenprogrammierung beherrschen. Die Anstellung aller 4 Klappen im Speed- oder Thermikflug lässt sich wunderbar im Code 52 "Phasentrimmung" realisieren und stellt damit kein Problem dar. Bei 6 Klappen sieht das Ganze allerdings wesentlich anders aus. Gelingt die Kopplung der inneren und äußeren Klappen für die Querruderfunktion mit Hilfe von Linear- oder Kreuzmischern noch relativ einfach, steht man beim gleichsinnigen Anstellen aller 6 Klappen für den Thermik- oder Speedflug vor unüberwindbare Probleme.
Alle Lösungen, die man mir mit der MC-24 gezeigt hat, basieren auf der Tatsache, dass die äußeren Querruder und die Wölbklappen innerhalb der Flugphasen über die Phasentrimmung im Code 52 angestellt werden und die inneren über den Propschieber. Im Zweifelsfall wurde auf die Anstellung der inneren Querruder gänzlich verzichtet.
Besitzer einer MC-22 und des neuen Softwaremoduls für die MC-24 (Profi-ROM 2002) haben es da wesentlich einfacher: In der Grundsoftware sind die 6-Klappen-Segler bereits berücksichtigt, alle notwendigen Mischer sind vorhanden. Mit nachfolgender Programmieranleitung gelingt eine Anstellung aller 6 Klappen auch mit der "alten" MC-24 durch einfaches Umschalten innerhalb der Flugphasen.
PPM oder PCM
Ich den meisten Fällen hat die Wahl der Modulationsart, also PPM oder PCM, überhaupt keinen Einfluss auf die Programmierung. Bei 6- Klappen-Modellen ist das grundlegend anders. Wenn man sich nämlich an die vorgeschriebene Empfängerbelegung hält, in der ja die Querruder und die Wölbklappen auf die Empfängerausgänge 2,5,6 und 7 gesteckt werden, muss das dritte Klappenpaar zwangsläufig die Ausgänge 8 und 9 belegen, wobei der 9er im PCM-Modus das große Ärgernis auslöst. Die Kanäle 9 und 10 werden nämlich im PCM-Modus etwas vernachlässigt, d.h. die Informationen für die beiden Kanäle werden vom Sender nicht so häufig übertragen, wie die, für die Kanäle 1-8. Dies bedeutet für die Praxis, dass die am 9er und 10er angeschlossenen Servos etwas hakeln, ja in Verbindung mit programmierten Mischern kann ein voller Servoweg ca. 1 Sekunde dauern. Für die Steuerung einer Flächen- oder Leitwerksklappe ist dieses Laufzeitverhalten absolut indiskutabel. Der Kanal 9 und 10 ist dementsprechend im PCM-Modus lediglich mit Schaltfunktionen zu belegen, also Schleppkupplung, Einziehfahrwerk oder auch Störklappen.
Begriffsdefinition
Je nachdem, um welchen Seglertyp es sich handelt, wird das dritte Klappenpaar als zusätzliche Querruder oder zusätzliche Wölbklappen bezeichnet. Geht man von insgesamt 4 Querrudern aus, spricht man bei den äußeren Querrudern auch schon mal von Tiplets. Ob jetzt zusätzliche innere Querruder oder äußere Wölbklappen, für die nachfolgenden Programmieranleitungen spielt es letztlich keine Rolle. Es ist lediglich darauf zu achten, dass das mittlere Klappenpaar an die Empfängerausgänge 8 und 9 bez. 1 und 8 im PCM-Modus angeschlossen wird. Zur Vereinheitlichung wird das mittlere Klappenpaar in den nachfolgenden Anleitungen als innere Querruder bezeichnet.
3.1 6-Klappen-Segler im PPM-Modus
Folgende Empfängerbelegung ist für die Anleitung maßgeblich:
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Empfängerausgang 1
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Störklappen oder frei
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Empfängerausgang 2
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äußeres Querruder links
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Empfängerausgang 3
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Höhenruder
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Empfängerausgang 4
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Seitenruder
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Empfängerausgang 5
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äußeres Querruder rechts
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Empfängerausgang 6
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Wölbklappe links
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Empfängerausgang 7
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Wölbklappe rechts
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Empfängerausgang 8
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inneres Querruder links
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Empfängerausgang 9
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inneres Querruder rechts
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Die Servos der Störklappen werden entweder mit einem V-Kabel verbunden oder über einen Kreuzmischer im Code 75 miteinander gekoppelt. Hierfür wäre das zweite Servo in den Empfängerausgang 10 zu stecken. Verwendet man einen 12 Kanal-Empfänger kann man ein Einziehfahrwerk und eine Schleppkupplung gleichfalls separat in den Empfänger einstecken. Wie man den Kanal 11 und 12 schaltet, wird am Ende des Berichtes kurz erläutert. Bei einem 10-Kanal-Empfänger werden Einziehfahrwerk und Schleppkupplung über ein V-Kabel miteinander verbunden und am Empfängerausgang 10 angeschlossen. Das Einziehen des Fahrwerkes erfolgt dann beim Ausklinken von der Schleppmaschine.
Dieses Beispiel wird anhand von 3 Flugphasen erläutert und zwar:
- Flugphase thermik - alle 6 Klappen werden nach unten angestellt
- Flugphase speed - alle 6 Klappen werden nach oben angestellt
- Flugphase normal - alle Klappen bleiben in Neutralstellung
Natürlich können auch noch mehr Flugphasen (z.B. für Start oder Akro) programmiert werden. Die Programmieranleitung lässt weitere Flugphasen zu und ist so flexibel, dass die Klappenanstellung auch so vorgenommen werden kann, wie man sich das individuell wünscht.
1. Code 74 "Nur Mix Kanal" - Zunächst werden die Geber 6, 7, 8 und 9 auf Nur Mix gestellt.
2. Jetzt erfolgt die Kopplung der inneren Querruder. Hierfür im Code 75 "Kreuzmischer" den Mischer 1 aufrufen. In die Spalte mit den Doppelpfeilen nach oben den Kanal 8 eintragen und in die Spalte mit den gegensinnigen Pfeilen den Kanal 9.
3. Jetzt erfolgt die Programmierung von 3 Flugphasen mit Code 49 "Phasenschalter" und Code 51 "Phasenzuweisung". Auf eine genaue Anleitung wird hier verzichtet. Näheres über die Programmierung von Flugphasen findet man im Bericht Flugphasenprogrammierung.
4. Im Code 52 "Phasentrimmung" werden nun für jede Flugphase die Anstellungen für Querruder, Wölbklappen und dem Höhenruder vorgenommen. Die Flugphase thermik sollen Wölbklappen und Querruder nach unten angestellt werden, in der Flugphase speed entsprechend nach oben.
5. Nun erfolgt die Programmierung der Mitnahme der inneren Querruder durch die äußeren Querruder. Hierfür wird im Code 72 "Freie Mischer" der Linearmischer 1 mit QR -> 9 programmiert. Im Mischerdiagramm wird durch einen symmetrischen Mischanteil der Grad der Mitnahme bestimmt, z.B. +50%. Laufen die inneren Klappen in die falsche Richtung oder gleichsinnig, die Servos 8 und 9 im Code 23 "Servoeinstellung" entsprechend invertieren.
Die Differenzierung der äußeren Querruder erfolgt im Code 71 "Flächenmischer", die Differenzierung der inneren Querruder wird im bereits programmierten Kreuzmischer 1 in der letzten Spalte vorgenommen.
Soll die Trimmung der äußeren Querruder auch auf die inneren wirken, so ist im Eingangsmenü des Mischers in der Spalte Typ der Eintrag TR mit dem Rotary-Knopf vorzunehmen.
Dieser Mischer kann natürlich zu- und abschaltbar programmiert werden. Hierfür verwendet man entweder einen externen Schalter, wobei die Zuschaltung der inneren Querruder dann unabhängig von den Flugphasen jederzeit vorgenommen werden kann. Soll die Mitnahme der inneren Querruder nur in bestimmten Flugphasen automatisch erfolgen, legt man dies im Code 73 "Mix aktiv in Phase" fest. Man kann auch beide Varianten kombinieren. In diesem Fall wird der Mischer durch Umschalten in eine Flugphasen aktiviert, bei Bedarf kann man ihn dann aber auch über den externen Schalter wieder abschalten.
6. Jetzt erfolgt die Mitnahme der inneren Querruder über die Anstellung der Wölbklappen. Hierzu wird der Linearmischer 2 mit 6->8 programmiert. Dieser Mischer muss als Folgemischer deklariert werden, dementsprechend in der Spalte Typ das Pfeilsymbol mit dem Rotary-Knopf eintragen! Der Grad der Anstellung wird auch hier wieder durch den Mischeranteil bestimmt. Schaltet man jetzt z.B. in die Flugphase thermik, müssen sich die inneren Wölbklappen nach unten anstellen. Verhalten sie sich genau anders herum, muss der Mischanteil von z.B. + 50% auf -50% geändert werden bez. umgekehrt.
Zur Funktionsweise dieses Mischers bedarf es noch einiger Erläuterungen: Der Mischer ist so programmiert, dass durch die Anstellung der Wölbklappen auch die Anstellung der inneren Querruder bestimmt wird. Dementsprechend kann im Mischer ein symmetrischer Mischanteil programmiert werden. Die Anstellung der Wölbklappen erfolgt je Flugphase im Code 52 "Phasentrimmung". Werden hier die Werte für die Anstellung verändert, ändert sich auch entsprechend die Anstellung der inneren Querruder. Werden die Wölbklappen nicht angestellt, bleiben auch die inneren Querruder in Neutralstellung. Dementsprechend ist es nicht möglich, nur die äußeren und inneren Querruder ohne die Wölbklappen positiv oder negativ zu verstellen, was in meinen Augen auch keinen Sinn macht. Werden die Wölbklappen mit entsprechend unterschiedlichen Werten positiv oder negativ angestellt, würde dies auch für die inneren Querruder gelten. Die inneren Querruder folgen also exakt dem Weg, der durch die Einstellungen in der Phasentrimmung für die Wölbklappen vorgegeben wird. Der Mischanteil im Linearmischer bestimmt dann den Grad, wie die inneren Querruder den Wölbklappen folgen, also exakt mit denselben Ausschlägen, verminderten oder erweiterten. Stellt man im Linearmischer asymmetrische Mischanteile ein, erweitern sich die Einstellmöglichkeiten um ein Vielfaches. Somit könnte man z.B. eine identische positive Anstellung der inneren Querruder mit den Wölbklappen erreichen und einen unterschiedlichen Ausschlag bei negativer Anstellung. Hier kann also reichlich getestet und experimentiert werden.
Auch dieser Mischer kann natürlich über einen Schalter deaktiviert werden. Dies erfolgt genau so, wie es schon bei der Querrudermitnahme unter Punkt 5) beschrieben wurde mit den entsprechenden Varianten.
7. Auch die Wölbklappen können zur weiteren Unterstützung der Querruderfunktion mit angesteuert werden. Hierfür steht im Code 71 "Flächenmischer" bereits der fertige Mischer Querruder -> Wölbklappen zur Verfügung. Über einen positiven oder negativen Mischanteil kann der Grad der Mitnahme bestimmt werden. Wenn man diesen Mischer mit einem externen Schalter programmiert, darf man nicht vergessen, diesen Schalter in jeder Flugphase zu setzen! Falls die Mitnahme nur in bestimmten Flugphasen erfolgen soll, diesen Mischer auch nur in den gewählten Flugphasen programmieren, in den anderen Flugphasen bleibt der Mischanteil bei 0%. Die Differenzierung der Wölbklappen erfolgt gleichfalls im Code 71.
8. Erfolgt die Landung nur mit den Störklappen, ist nichts weiter zu tun, da sie ja am K1-Knüppel angeschlossen sind. Sollen zusätzlich die Klappen angestellt werden (Butterfly oder Krähenstellung), kann das noch einmal mit Programmieraufwand verbunden sein. Im Code 71 "Flächenmischer" erfolgt die Programmierung der Klappen-Landestellung. Bitte hierbei nicht vergessen, dass die Mischer in jeder Flugphase programmiert werden müssen! Mit dem Mischer Bremsklappen -> Querruder erfolgt die Anstellung der Querruder, mit dem Mischer Bremsklappen->Wölbklappen die Anstellung der Wölbklappen. Hierbei bewegen sich natürlich auch die inneren Querruder. Falls in diesem Fall die Anstellung der inneren Querruder im Verhältnis zu den Wölbklappen überhaupt nicht passt oder man gar die inneren Querruder für die Landung nach oben anstellen möchte, muss man einen zusätzlichen Linearmischer K1->8 programmieren und den Geberneutralpunkt (Offset) auf +-100% legen. Hierfür den K1-Knüppel in die Vollgasposition (Störklappen eingefahren) stellen und die STO-Symboltaste im Mischerdiagramm drücken. Mit einem asymmetrischen Mischanteil werden die Landeklappen dann so angestellt, wie man das gerne haben möchte, also nach oben oder unten in jede beliebige Position. Folgen bei der Landung die inneren Querruder den äußeren Querrudern, muss ein sehr großer Mischanteil (größer 80% und mehr) eingestellt werden, folgen sie den Wölbklappen reicht ein kleiner Wert aus. Dies hängt einfach damit zusammen, dass die Mischersignale sich in diesem Fall teilweise aufheben bez. addieren.
Spätestens jetzt ist es wohl erforderlich, im Code 23 "Servoeinstellung" entsprechende Wegbegrenzungen für die Servos 8 und 9 vorzunehmen, da nun 3 Mischer auf diese Servos programmiert sind und durch die Addition der Mischersignale, Ausgangssignale von 150% oder mehr erzeugt werden. In den meisten Fällen werden die Servos durch die Anlenkung mechanisch anschlagen. Bitte nicht den Servoweg verändern, sondern die asymmetrische Begrenzerfunktion im Code 23 verwenden.
9. Da in den meisten Fällen an die Kanale 9 bis 12 keine Geber am Sender angeschlossen sind (was auch in diesem Fall überhaupt nicht notwendig ist), erfolgt das Betätigen des Einziehfahrwerkes bez. der Schleppkupplung über einen externen Schalter. Im Code 32 "Gebereinstellungen" wird einfach der entsprechende Geber durch einen Schalter ersetzt. Hierfür den jeweiligen Eingang 10, 11 oder 12 anwählen, die Schalter-Symboltaste drücken und den ausgesuchten externen Schalter betätigen. Der programmierte Schalter erhält hierdurch die Funktion eines 2-stufigen Gebers. Man kann für alle Kanäle natürlich immer denselben Schalter verwenden oder verschiedene. Die Servowegeinstellungen erfolgen dann wie gewohnt im Code 23 "Servoeinstellungen" für die Servos 10 bis 12.
Das Programmierbeispiel lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Trotz der relativ einfachen Programmierung handelt es sich in diesem Beispiel um ein äußerst komplexes Programm. Der Pilot hat hiermit die Möglichkeit jederzeit zu bestimmen, welche Klappen sich beim Betätigen des Querruders bewegen sollen und welche Flaps zur positiven oder negativen Wölbung verwendet werden. Auch der Grad der Mitnahme und der Anstellung lässt sich millimetergenau vornehmen. Wenn die Flugphasenumschaltung auch noch über Knüppelschalter vorgenommen wird, geht der Blickkontakt zum Modell niemals verloren.
3.2 6-Klappen-Segler im PCM-Modus
Wie in der Einleitung bereits erläutert, muss im PCM-Modus zwingend eine andere Belegung am PCM-Empfänger vorgenommen werden. Diese sieht dann wie folgt aus:
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Empfängerausgang 1
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inneres Querruder rechts
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Empfängerausgang 2
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äußeres Querruder links
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Empfängerausgang 3
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Höhenruder
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Empfängerausgang 4
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Seitenruder
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Empfängerausgang 5
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äußeres Querruder rechts
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Empfängerausgang 6
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Wölbklappe links
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Empfängerausgang 7
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Wölbklappe rechts
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Empfängerausgang 8
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inneres Querruder links
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Empfängerausgang 9
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Störklappen
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Empfängerausgang 10
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Einziehfahrwerk/Schleppkupplung
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Im ersten Schritt der Programmierung müssen zunächst die Signalwege umgeleitet werden. Dies geschieht im Code 85 "Empfängerausgänge". Hier wählt man den Ausgang 1 an und ersetzt nach Drücken der SEL-Symboltaste mit dem Rotary-Knopf das Servo 1 durch das Servo 9. Gleiches macht man nun im Eingang 9, dort den Eintrag Servo 9 durch Servo 1 ändern.
Für die weitere Programmierung braucht man sich nun nicht mehr um die geänderte Empfängerbelegung zu kümmern, sondern kann die zuvor beschriebene Programmieranleitung Schritt für Schritt übernehmen. Nochmals: Wird z.B. ein Mischer auf die Störklappen programmiert, macht man das so, wie man es bisher gewohnt war, also mit ??->K1. Die Umleitung auf den Empfängerausgang 9 erfolgt automatisch!
Eines muss man vor dem Erstflug allerdings doch beachten: Die Fail-Save Einstellungen werden nicht umgeleitet und wirken grundsätzlich auf die Steckplatznummern des Empfängers!
3.3 6-Klappen-Segler F3J/F3B im PCM-Modus
F3J- und F3B-Modelle sind in der Regel mit 8 Servos ausgestattet. Störklappen und Einziehfahrwerke oder ein zusätzliches Servo für eine Schleppkupplung kennen sie nicht. Dementsprechend werden diese Modelle mit einem PCM8/9-Empfänger ausgerüstet. Nachfolgende Programmieranleitung biete ich der Vollständigkeit wegen an, sie entspricht prinzipiell der obigen Anleitung, beschränkt sich aber auf die wesentlichen Merkmale für solche Modelle. Sie ist gleichfalls für diejenigen zu verwenden, die auf einen PPM8-Empfänger vertrauen.
Die Empfängerbelegung ist einheitlich wie folgt vorzunehmen:
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Empfängerausgang 1
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inneres Querruder rechts
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Empfängerausgang 2
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äußeres Querruder links
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Empfängerausgang 3
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Höhenruder oder V-Leitwerk
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Empfängerausgang 4
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Seitenruder oder V-Leitwerk
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Empfängerausgang 5
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äußeres Querruder rechts
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Empfängerausgang 6
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Wölbklappe links
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Empfängerausgang 7
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Wölbklappe rechts
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Empfängerausgang 8
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inneres Querruder links
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1. Zunächst werden wieder die Signalwege im Code 85 "Empfängerausgang" umgeleitet. Wie im vorherigen Beispiel wird dem Ausgang 1 das Servo 9 zugewiesen und dem Ausgang 9 das Servo 1. Auch hier wieder beachten: Die Fail-Save Einstellungen werden nicht umgeleitet und wirken grundsätzlich auf die Steckplatznummern des Empfängers!
2. Code 74 "Nur Mix Kanal" - Hier werden die Geber 6, 7, 8 und 9 auf Nur Mix gestellt.
3. Jetzt erfolgt die Kopplung der inneren Querruder. Hierfür im Code 75 "Kreuzmischer" den Mischer 1 aufrufen. In die Spalte mit den Doppelpfeilen nach oben den Kanal 8 eintragen und in die Spalte mit den gegensinnigen Pfeilen den Kanal 9.
4. Jetzt erfolgt die Programmierung von 3 Flugphasen mit Code 49 "Phasenschalter" und Code 51 "Phasenzuweisung". Auf eine genaue Anleitung wird hier verzichtet. Näheres über die Programmierung von Flugphasen findet man im Bericht Flugphasenprogrammierung.
5. Im Code 52 "Phasentrimmung" werden nun für jede Flugphase die Anstellungen für Querruder, Wölbklappen und dem Höhenruder vorgenommen. Die Flugphase thermik sollen Wölbklappen und Querruder nach unten angestellt werden, in der Flugphase speed entsprechend nach oben.
6. Nun erfolgt die Programmierung der Mitnahme der inneren Querruder durch die äußeren Querruder. Hierfür wird im Code 72 "Freie Mischer" der Linearmischer 1 mit QR -> 9 programmiert. Im Mischerdiagramm wird durch einen symmetrischen Mischanteil der Grad der Mitnahme bestimmt, z.B. +50%. Laufen die inneren Klappen in die falsche Richtung oder gleichsinnig, die Servos 8 und 9 im Code 23 "Servoeinstellung" entsprechend invertieren.
Die Differenzierung der äußeren Querruder erfolgt im Code 71 "Flächenmischer", die Differenzierung der inneren Querruder wird im bereits programmierten Kreuzmischer 1 in der letzten Spalte vorgenommen.
Soll die Trimmung der äußeren Querruder auch auf die inneren wirken, so ist im Eingangsmenü des Mischers in der Spalte Typ der Eintrag TR mit dem Rotary-Knopf vorzunehmen.
Dieser Mischer kann natürlich zu- und abschaltbar programmiert werden. Hierfür verwendet man entweder einen externen Schalter, wobei die Zuschaltung der inneren Querruder dann unabhängig von den Flugphasen jederzeit vorgenommen werden kann. Soll die Mitnahme der inneren Querruder nur in bestimmten Flugphasen automatisch erfolgen, legt man dies im Code 73 "Mix aktiv in Phase" fest. Man kann auch beide Varianten kombinieren. In diesem Fall wird der Mischer durch Umschalten in eine Flugphasen aktiviert, bei Bedarf kann man ihn dann aber auch über den externen Schalter wieder abschalten.
7. Jetzt erfolgt die Mitnahme der inneren Querruder über die Anstellung der Wölbklappen. Hierzu wird der Linearmischer 2 mit 6->8 programmiert. Dieser Mischer muss als Folgemischer deklariert werden, dementsprechend in der Spalte Typ das Pfeilsymbol mit dem Rotary-Knopf eintragen! Der Grad der Anstellung wird auch hier wieder durch den Mischeranteil bestimmt. Schaltet man jetzt z.B. in die Flugphase thermik müssen sich die inneren Wölbklappen nach unten anstellen. Verhalten sie sich genau anders herum, muss der Mischanteil von z.B. + 50% auf -50% geändert werden bez. umgekehrt.
Zur Funktionsweise dieses Mischers bedarf es noch einiger Erläuterungen: Der Mischer ist so programmiert, dass durch die Anstellung der Wölbklappen auch die Anstellung der inneren Querruder bestimmt wird. Dementsprechend kann im Mischer ein symmetrischer Mischanteil programmiert werden. Die Anstellung der Wölbklappen erfolgt je Flugphase im Code 52 "Phasentrimmung". Werden hier die Werte für die Anstellung verändert, ändert sich auch entsprechend die Anstellung der inneren Querruder. Werden die Wölbklappen nicht angestellt, bleiben auch die inneren Querruder in Neutralstellung. Dementsprechend ist es nicht möglich, nur die äußeren und inneren Querruder ohne die Wölbklappen positiv oder negativ zu verstellen, was in meinen Augen auch keinen Sinn macht. Werden die Wölbklappen mit entsprechend unterschiedlichen Werten positiv oder negativ angestellt, würde dies auch für die inneren Querruder gelten. Die inneren Querruder folgen also exakt dem Weg, der durch die Einstellungen in der Phasentrimmung für die Wölbklappen vorgegeben wird. Der Mischanteil im Linearmischer bestimmt dann den Grad, wie die inneren Querruder den Wölbklappen folgen, also exakt mit denselben Ausschlägen, verminderten oder erweiterten. Stellt man im Linearmischer asymmetrische Mischanteile ein, erweitern sich die Einstellmöglichkeiten um ein Vielfaches. Somit könnte man z.B. eine identische positive Anstellung der inneren Querruder mit den Wölbklappen erreichen und einen unterschiedlichen Ausschlag bei negativer Anstellung. Hier kann also reichlich getestet und experimentiert werden.
Auch dieser Mischer kann natürlich über einen Schalter deaktiviert werden. Dies erfolgt genau so, wie es schon bei der Querrudermitnahme unter Punkt 5) beschrieben wurde mit den entsprechenden Varianten.
8. Auch die Wölbklappen können zur weiteren Unterstützung der Querruderfunktion mit angesteuert werden. Hierfür steht im Code 71 "Flächenmischer" bereits der fertige Mischer Querruder -> Wölbklappen zur Verfügung. Über einen positiven oder negativen Mischanteil kann der Grad der Mitnahme bestimmt werden. Wenn man diesen Mischer mit einem externen Schalter programmiert, darf man nicht vergessen, diesen Schalter in jeder Flugphase zu setzen! Falls die Mitnahme nur in bestimmten Flugphasen erfolgen soll, diesen Mischer auch nur in den gewählten Flugphasen programmieren, in den anderen Flugphasen bleibt der Mischanteil bei 0%. Die Differenzierung der Wölbklappen erfolgt gleichfalls im Code 71.
9. Für die Landung werden alle Klappen in die Butterfly- oder Krähenstellung gefahren. Im Code 71 "Flächenmischer" erfolgt die Programmierung der Klappen-Landestellung. Bitte hierbei nicht vergessen, dass die Mischer in jeder Flugphase programmiert werden müssen! Mit dem Mischer Bremsklappen -> Querruder erfolgt die Anstellung der Querruder, mit dem Mischer Bremsklappen->Wölbklappen die Anstellung der Wölbklappen. Hierbei bewegen sich natürlich auch die inneren Querruder. Falls in diesem Fall die Anstellung der inneren Querruder im Verhältnis zu den Wölbklappen überhaupt nicht passt oder man gar die inneren Querruder für die Landung nach oben anstellen möchte, muss man einen zusätzlichen Linearmischer K1->8 programmieren und den Geberneutralpunkt (Offset) auf +-100% legen. Hierfür den K1-Knüppel in die Vollgasposition (Störklappen eingefahren) stellen und die STO-Symboltaste im Mischerdiagramm drücken. Mit einem asymmetrischen Mischanteil werden die Landeklappen dann so angestellt, wie man das gerne haben möchte, also nach oben oder unten in jede beliebige Position. Folgen bei der Landung die inneren Querruder den äußeren Querrudern, muss ein sehr großer Mischanteil (größer 80% und mehr) eingestellt werden, folgen sie den Wölbklappen reicht ein kleiner Wert aus. Dies hängt einfach damit zusammen, dass die Mischersignale sich in diesem Fall teilweise aufheben bez. addieren.
Spätestens jetzt ist es wohl erforderlich, im Code 23 "Servoeinstellung" entsprechende Wegbegrenzungen für die Servos 8 und 9 vorzunehmen, da nun 3 Mischer auf diese Servos programmiert sind und durch die Addition der Mischersignale, Ausgangssignale von 150% oder mehr erzeugt werden. In den meisten Fällen werden die Servos durch die Anlenkung mechanisch anschlagen. Bitte nicht den Servoweg verändern, sondern die asymmetrische Begrenzerfunktion im Code 23 verwenden.
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